Hier möchten wir eine Betrachtung der Kampfanzüge bei den Ministerien des Inneren und für Staatssicherheit verfolgen.
Es empfiehlt sich die Kampfanzüge der Fallschirmjäger, als Referenz, zu betrachten.
Fast zeitgleich wie das MdI (Diensteinheit IX) befasste sich auch das MfS mit dem Thema Terrorabwehr.
Anfang der 70zigerJahre noch intensiver als bisher.
Die Entwicklungen in der Bundesrepublik (RAF), Italien (Rote Brigaden), der Terror der PLO usw. gaben auch allen Grund dafür.Die bereits existierende "Arbeitsgruppe des Ministers für Sonderaufgaben"- AGM/S wurde dazu weiter ausgebaut.Unter anderem der Schutz der DDR Staatsführung bekam eine noch höhere Priorität.(Siehe auch hierzu die Schaffung des Wachzuges des FJB zur Bewachung d. Ministers f. NV).
Noch umfangreicher als bisher wurde zur Absicherung von Staatsbesuchen, Staatsjagden und anderen Großveranstaltungen die AGM/S und zur Unterstützung die 2. Aufklärungskompanie des Berliner MfS Wachregimentes aus Adlershof eingesetzt.
Diese Kräfte wurden teilweise mit einem Kampfanzug im Stil der NVA Fallschirmjäger ausgestattet.
Mario Liebsch fand 2011, in einem angekauften Nachlass, ein bis dahin unbekanntes Ausrüstungsstück in Strichtarn. Der Forscherdrang war geweckt, nach und nach setzten sich Uniform Puzzle, in diesem Falle wirklich schwerlich, zusammen. Da es über die (Anti-Terror) Sonderformationen der DDR , insbesondere der Volkspolizei, kaum Fachliteratur und auch nur wenige Fotos zugänglich existieren, mussten die Quellen "ausgequetscht" werden.
In diesem Zusammenhang ein Dank an alle "Befragten" vom MdI Berlin, dem MfS Wachregiment, der ehem. Kripo Cottbus, Leiter & Stabschef VPKA, Angehörige d. 9. VP-K & Bepo Potsdam & Cottbus sowie Kunden, Sammlerfreunden und Händlerkollegen.
-Mario Liebsch
Werter Besucher, die unten dargestellte Uniform wurde nach besten Gewissen zusammengestellt und arrangiert. Nach vorliegenden Erkenntnissen war die Ausrüstung der Diensteinheiten sehr individuell , wurde ständig modifiziert und vor allem der jeweiligen Ausbildungs- & Einsatzanforderung angepasst.
Für die Truppe war zwar fast nichts zu teuer und es wurde auch reichlich über KoKo und IMES aus dem Westen an moderner Ausrüstung beschafft, aber man war auch DDR typisch sehr pragmatisch und nutzte verfügbare B/A, so wie es nützte oder änderte diese nach Bedarf.
Also bitte haben Sie Verständnis dafür, wenn unsere bisherigen Ergebnisse von anderen Darstellungen oder ihren eigenen Kenntnissen abweichen.
Über sachdienliche Hinweise mit noch unbekannten Fotos wären wir natürlich sehr dankbar!
1972
Das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft in München durch ein PLO-Kommando und dem folgendem Desaster der versuchten Geiselbefreiung, regten auch die für die innere Sicherheit der DDR Verantwortlichen zum Überdenken ihrer eigenen polizeilichen Möglichkeiten an.
Angesichts der tausenden ausländischen "Studenten" in der DDR, die vielfach eben auch aus den Krisenregionen dieser Epoche kamen, hatte man sich selbst genügend teils unkontrollierbares Attentäter Potenzial ins Land geholt. Für die 1973 in Berlin geplanten X. Jugend-Weltfestspiele wollte man jedenfalls auch von Seiten des MdI vorbereitet sein.
Dies war die Geburtsstunde des ersten polizeilichen Sonderkommandos der DDR- der Zentralen Diensteinheit IX. Berlin.
Nur wenige Menschen in Berlin wussten sicher, wer die zahlreichen jungen Männer waren, die täglich in Zivil in ein unscheinbares Gebäude in der Glinka-Str. gegenüber dem Ministerium des Innern, ein- und ausgingen.
In Uniform verließen die Kräfte der Zentralen Diensteinheit Berlin, dem ersten SEK der DDR, das Gebäude nur zum Einsatz. Dann aber in zivil getarnten PKW.
Meist wurden dazu Lada genutzt, aber auch je nach Lage, kamen andere Fahrzeuge zum Einsatz.
Die Waffen und die Ausrüstung lagerten im besagten Gebäude. Die sonstige Sicherstellung erfolgte über Dienstzweige des Ministeriums.
Mit dem Vorbild der zentralen Formation in Berlin, wurden nach 1973 in weiteren Bezirksstädten weitere Diensteinheiten aufgestellt.
Diese wurden ebenfalls als IX. Diensteinheit bezeichneten und wurden der BdVP-Kriminalpolizei unterstellt.
In der Regel, waren diese Einheiten, bis zu 10 Mann stark und sollten den Grundstock der späteren SEK, nach der Wiedervereinigung, bilden.
Zu DDR-Zeiten lagen die Einsatzfähigkeiten der Bezirkseinheiten etwas unter denen der Berliner Formation.
1980 wurde eine Kompanie der Kasernierten Transportpolizei in Potsdam aufgelöst, um an ihrer Stelle
eine als 9. Volkspolizei-Kompanie (9.VP-K) bezeichnete Formation aufzustellen.
Diese neue, durchaus als elitär zu bezeichnende, Einheit der Volkspolizei (im BePo-Jargon als "Die Schrägen" bezeichnet) wurde fortan zur Unterstützung auch der Diensteinheit IX. in Berlin eingesetzt.
Ende der 60ziger Jahre beschaffte das MdI aus der VR Polen die Klein-Mpi PM-63 im Kaliber 9,02mm. Anfangs für Personenschützer, Begleitkommandos, Fahrer der Generalität usw. gedacht, wurde Teile des Bestandes an die 1973 entstehenden Diensteinheiten IX in den Bezirken übergeben.
Neben der Pistole Makarow und einer modifizierten Version der AKM/ MPiKMS, wurde die PM-63 zu einer der Standardwaffen der Diensteinheiten und der späteren 9-VP-Kompanie.
Das MdI ließ ebenfalls einen speziellen grauen Tragegurt produzieren.
Die PM-63 war für ungeübte Schützen eine gefährliche Waffe.
Da es sich um ein zuschießendes System handelt, bewegt sich der gesamte obere Schlitten, beim Schießen, nach vorn.
Die schnabelartige Laufverlängerung konnte somit böse Quetschungen an der linken Hand, bei Nutzung des vorderen Griffstückes, verursachen.
Auch konnten üble Verbrennungen, bei Feuerstößen ohne Handschuhe, folgen.
Aber das System hat auch Vorteile, so kann man die Waffe z.B. mit einer Hand durch Druck des Laufes gegen einen festen Gegenstand (z.B. Stiefel) spannen und sofort feuern!
Auch aus ökonomischen Gründen erhielt die Waffe bei den VP-Spezialkräften den Vorzug gegenüber der tschechischen VZ-61 Skorpion.
Da die DDR die für die PM-63 benötigte Makarow Munition selbst produzierte, war sie schlicht billiger zu beschaffen.
Außerdem war der Munitionsverbrauch der Diensteinheit in Berlin enorm!
In den 80ern gingen fast 2/3 des gesamten Munitionsverbrauch, des MdI Berlin, auf ihr Konto.
Bei Übungen gab es für diese Einheit keine Einschränkungen.
Zum Führen der Waffe wurden nach unseren bisherigen Erkenntnissen 2 verschiedene Taschen entwickelt. Oben, ganz links: Koppel/Umhänge-Ledertasche aus den späten 60zigern. Daneben und unten links, spätere Version im typischen DDR-Pistolentaschenleder wie Makarov. Ganz rechts Version zum verdeckten Tragen, ebenfalls im typischen DDR Holster Design.
Hier die zweite Waffe im, VP-typischen geschlossenen, braunen Holster.
Es handelt sich dabei um die Pistole Makarow.
Auch offene braune, sogenannte, Schnellziehholster und schwarze Pendelholster wurden in verschiedenen Epochen verwendet.
Dahinter noch 2 Ersatzmagazine in Taschen am Gürtel.
Hier noch einmal die modifizierte RPG-Optik-Tasche mit Verbandszeug, Taschenlampe, Werkzeug und Nebelwurfkörper.
Fotos aus Wendezeiten (Mitte 1990) zeigen auch die Verwendung einer umgearbeiteten Fallschirmjäger Weste zur Aufnahme diverser nützlicher und einsatzspezifischer Hilfsmittel.
Ende der 70er Jahre begann man bei westlichen Einsatzkräften zur Erstürmung von Gebäuden etc. Abwehrschilde einzusetzen.
Die DDR Polizeikräfte erkannten natürlich auch schnell die Zweckmäßigkeit eines solchen Schutzmittels, hatten Sie doch erste Erfahrungen mit bewaffneten Gegnern (meist desertierte Sowjetsoldaten) gesammelt.
Durch einen Offizier, des MdI Berlin, sind erste Versuche mit modifizierten Abwehrschilden, wie sie bereits bei der Bereitschaftspolizei im Einsatz waren, überliefert.
Auf die bekannten Schilde wurden erst 3mm Blechplatten direkt aufgenietet.
Dies erwies sich jedoch als nicht so praktisch und sie wurden schnell durchschlagen. Eine spätere Version setzte auf eine gefederte Blechplatte.
Die, hier abgebildete, nachgebaute Version (leicht stärkere Krümmung als der Grundschild und durch Unterlegscheiben geschaffener Zwischenraum), brachte beim Beschuss sehr gute Ergebnisse.
Dieser Schild wurde auf der Distanz von 25m mit unterschiedlichen Waffen beschossen.
Mit Munition im Kaliber 22 (Walther P22) gab es nicht einmal Dellen oder Kratzer.
In verschiedenen Winkeln von 45 -75° beschossen, zeigte nur Munition im Kaliber 9mm Wirkung.
Kein getestetes Geschoss durchschlug dabei den Schild. Bei 10m hätte es sicher anders ausgesehen, aus Sicherheitsgründen (mögliche Abpraller) wurde auf diesen Test verzichtet. Trotzdem handelt es sich um ein überraschendes Ergebnis.
Das Gesamtgewicht von ca. 8kg liegt noch im erträglichen Rahmen und wäre im Einsatz gut zu führbar gewesen.
Ob die Schilde tatsächlich im Einsatz waren, konnte uns der MdI Offizier nicht verbürgen. Gefertigt wurden jedenfalls einige Stücke.
Der hier präsentierte NVA/Mdi Körper- & Splitterschutz mit Produktionsjahr 1986 ist bisher wenig bekannt und uns sind bisher auch leider keine Einsatzfotos zu Gesicht gekommen.
Nach bisherigen Erkenntnissen wird das Teil als BESPA
(Beschuss Sicherer Personen Anzug) bezeichnet und
wurde, innen mit Kevlar ausgefüttert, wohl an Einheiten der Grenztruppen (z.B. SIK 25), NVA (Pioniere) und an Formationen und Dienststellen des MdI und MfS ausgeliefert.
Der Body konnte mit zusätzlichen Einhängeteilen vorn und hinten verstärkt werden.
Es gibt Exemplare mit zwei großen Einhängeteilen (1x vorn, 1x hinten) und eine Version mit 4 kleineren Zusatzpanzerungen (2x vorn, 2x hinten).
Vermutlich ist die 2er Version die erste Produktionsserie. Transportiert und gelagert wurde der Body mit den Zusatzelementen in einer grauen Tasche, ähnlich der Kleidertasche für NVA Offiziere.
Das Innenleben des zusätzlichen Splitterschutzes zum Einhängen an die Kevlar-Schutzweste.
In die 4 Innentaschen konnten zusätzlich, zum vorn bereits verarbeiteten Kevlar, gegen Beschuss mit Ordonanzwaffen noch Stahlplatten eingeschoben werden. Hersteller dieser Einhänger, wie auch des Trägerteils war der VEB Spezialbekleidung Leipzig 1986.
Dank der Mithilfe des Sammlerfreundes Johan aus den Niederlanden, können wir hier auch das Kopfteil zum BESPA zeigen.
Wir danken herzlichst für die Fotos und empfehlen gern den Blog johansddrmilitaria!
Einige Details dieser offensichtlich für das MfS angeschafften Anzüge unterscheiden sich markant von den bekannten Formen für das FJB.
Sofort ins Auge fallen die 12 Tarnschlaufen des Typs 2 (Einteilung siehe Krauß, Bd.3.S.22).
Dieser Tarnschlaufentyp wurde seit ca. 1960 eigentlich nicht mehr an NVA FDA verwendet.
Es sind 4 auf der Vorderseite, 2 am Oberarm und 6 auf dem Rückenteil.
Das Fallschirmjägerbataillon führte 1973 die eigene Fallschirmjäger-Weste ein. Dadurch wären 10 dieser Schlaufen, beim Tragen der Weste, für diese Einheit ohne Sinn.
Auch die Fernaufklärer der NVA führten reichlich Ausrüstung mit, wodurch hier diese Anzugskonzeption ebenfalls nur bedingt sinnvoll wäre.
Die Träger des Anzuges waren also mit wenig bis garkeiner Ausrüstung und nur zeitlich begrenzt unterwegs.
Der Schwerpunkt "ihrer Tätigkeit" lag also darin, gut getarnt auf ein "Ereignis" zu warten.
Wie Mario Liebsch in Gesprächen mit ehem. Angehörigen der AGM/S und der Aufklärungskompanie des MfS WR Berlin erfahren konnten, war die Aufgabenbandbreite dieser Einheiten enorm.
Insbesondere SAZ & UAZ des Wachregimentes berichten von einer Vielfalt von Verwendungen.
So u.a. von der tonnenweisen Verladung und Bewachung von Geldtransporten mit ausländischen Währungen von der Berliner Druckerei zum Flughafen Schönefeld
(z.B. vietnamesische Dong), Bewachung von Transporten vom AKW Rheinsberg zum DDR Endlager Morsleben bei Marienborn usw.
Schwerpunkt waren aber die Staatsbesuche & Staatsjagden in der Schorfheide oder in Thüringen.
Dort wurden die Soldaten zumeist paarweise ( "Auge"+ Schütze) im Schichtsystem gut getarnt, in ausgebauten Beobachtungsposten, oft schon tagelang vor dem Ereignis eingesetzt.
Unter diesem Einsatzkonzept machen nun auch die vielen Schlaufen Sinn.
Hier ein weiteres Detail dieser Anzüge, welches von den normalen FJ Anzügen deutlich abweicht.
Im Rückenbereich der Jacke, in Höhe der Nieren, gibt es zwei Fächer, die von innen mit einem Knopf verschlossen werden.
Das obere Fach ist ca. 30-35cm lang und das Untere ca. 15cm.
Über die Verwendung können wir nur im Moment nur spekulieren, denn die "Quellen" haben dieses Detail nicht mehr in Erinnerung.
Passen würde der Einschub von dünnen Metallplatten, um einen überraschenden tödlichen Nierenstich von hinten abzuwehren.
Auch der Einsatz von Wärmeelementen (m. Batterien?) zum Schutz vor Unterkühlung des Nierenbereiches für einen Scharfschützen/Beobachters kämen in Betracht.
Vielleicht können uns dazu Besucher unserer Webseite weiterhelfen?
Rechts im Bild nun die " falsche Stempelung" der Jacke. Zum Auftragen der Signatur wurde hier offensichtlich eine alte DEWAG Normschablone verwendet.
Man erkennt es an den Stegen im "A", der "9" und im "O".
Insgesamt erinnert die Signatur im Schrifttyp und der verwendeten Farbe eher an Stempelungen in Flächentarnzügen usw. der frühen 60ziger Jahre.
Der Signatur fehlt auch die sonst übliche Beistempelung der Größe.
An allen, zur Betrachtung, vorliegenden Stücken, Jacken und Hosen in neuwertiger und gedienter Qualität, wurde die identische Signatur aufgebracht.
Wir sind daher auch mit der Echtheit des Herstellungsjahr (O=1974) vorsichtig!
Abweichend ist auch die Anordnung der Produktionsdatumsangaben für diese Epoche insgesamt.
In dieser Zeit wurde eigentlich das Herstellungsquartal in den Betrieben Burg und Leipzig vor den Jahrgangsbuchstaben gesetzt.
Seit langem haben wir schon die Vermutung, dass der bisher unbekannte Produktionsbetrieb "1933" eine "Scheinfirma" ist und dieser Herstellercode zur Legendierung von B/A für das MfS dient.
Die Bandbreite (siehe z.B. Krauß, Bd.2, S.109 FJ Regenschutzjacke usw.) der produzierten B/A dieses "Betriebes" mit dem Code 1933 wäre doch enorm, wo sonst alle anderen DDR Produktionsstätten sich auf einige Ausrüstungsgegenstände spezialisiert hatten.
Das man beim MfS versuchte die eigenen Kräfte als NVA, Grenztruppen oder MdI Angehörige zu "tarnen" und mit Uniformen dieser Verbände ausstattete, ist hinlänglich bekannt.
Vermutlich hatten die "Kundschafter des Friedens" der HVA herausbekommen, dass beim BND oder der NATO sich niemand für das B/A Stempelungssystem der DDR interessierte, sonst hätte man sich sicher bei obiger, sich deutlich von der epochalen Norm abweichenden Signatur, mehr Mühe gegeben. Es erschien den MfS Verantwortlichen aber wichtig ihre, unter Kriegsbedingungen im Hinterland des Feindes, eingesetzten Kräfte den Anschein von NVA Angehörigen zu geben.
Auf diesem Standbild, aus einem MfS Schulungsfilm, erkennt man sehr gut die oben beschriebenen Tarnschlaufen auf dem Oberarm und dem Rückenteil.
Interessant ist auch der Helmbezug über dem grünen Springerhelm, wie ihn auch die NVA FJ nutzten.
Später (ca. Mitte der 80ziger) verwendeten die Kräfte der AGM/S auch die polnische Helmversion aus Metall analog der NVA und der DE IX des MdI.
Mit einem Augenzwinkern sollte man hier die golden glänzende Armbanduhr beachten, die die Tarnwirkung vermutlich sehr beeinträchtigen würde.
Liebe "Uniformforscher", wir würden uns über weitere Fotos von Belegstücken mit weiteren B/A Stempelungen der ominösen Herstellernummer "1933" freuen, um vielleicht in dieser Angelegenheit Klarheit zu bekommen.
Zwei FDA Jacken für Generale nähren unseren obigen Verdacht weiter.
Einmal mit der Codierung 1958 des VEB Spezialbekleidung Leipzig und ebenfalls eine andere FDA für Generale mit Futter des "Betriebes" 1933.
Das MfS hatte auch diverse Generale, welche natürlich für den E-Fall ebenfalls Felddienstuniformen erhielten bzw. für sie vorgehalten wurden.
Soll es wirklich zwei Betriebe in der kleinen DDR gegeben haben, die eine in derartig kleinen Stückzahlen benötigte Uniform parallel gefertigt haben?
Der "Hersteller" war auch schon in der Flächentarnära aktiv.
Hier die Stempelung in einem Wäschesack von 1960 mit der gut sichtbaren Stempelung "1933".
(Sammlung Mario Ludwig)
Ebenfalls aus der Sammlung von Mario Ludwig stammt diese eigenartige, von der üblichen Norm abweichende, Zeltbahn von 1959.
Wieder mit der Stempelung "1933" versehen.
Die Plane ist insofern besonders, als das sie nicht die üblichen Durchgriffe und das Kapuzenstück mit Schlaufenzug hat.
Für die Nutzung am Manne bei der NVA daher eigentlich ungeeignet.
Der "Auftraggeber" muss es aber doch scheinbar so gewollt haben. Warum auch immer.
Für die Betriebe der jungen DDR war die Produktion von Zeltbahnen zumeist kein Neuland, denn es waren oft die gleichen Hersteller wie für die bewaffneten Formationen des 3. Reiches.
Auf diesen beiden Fotos ist eine FJ Weste, mit dem vermeintlichen Produktionsjahr 1974 und der Stempelung 1933, abgebildet.
Wieder ist erkennbar keine Schablone verwendet worden und die Stempelung ähnelt dem FDA Anzug oben, nicht aber den Stempelungen bei der Fallschirmjäger-Bekleidung.
(Fotos: Manuel Leyva)
Hier nun eine Art gummierte Regenjacke mit NVA 1933, wie sie auch in vielen Betrieben (Tagebauen, Reichsbahn etc.) der DDR in ähnlicher Form verwendet wurde.
Bei der zivilen Form war auch der Kragen gummiert im selben Obermaterial wie der Korpus.
(Fotos von Stephan-Militaria*)
Im Zusammenhang mit der oben dargestellten Jacke stellt sich die Frage, wozu das MfS sie wohl gebraucht hat.
Bei der NVA wurden solche Jacken jedenfalls bei der Reinigung von Großtechnik am Parktag z.B. von den Soldaten getragen.
Das WR Berlin besaß ebenfalls SPW, weshalb eine ähnliche Nutzung denkbar wäre.
Aber auch die Verwendung der Anzüge bei den MfS Sicherungskräften, die das Berliner Abwasser- und Tunnelsystem überwachten wäre sehr wahrscheinlich.
Im Jargon der WR Soldaten wurden diese Kräfte als "Kanalratten" bezeichnet.
Vor Paraden, Staatsbesuchen etc. in der Ostberliner Innenstadt, rückten mehrere Kompanien in den "Untergrund" aus und stellten dort Sicherungsposten.
Ausgerüstet mit dem Scharfschützengewehr
(SW-Dragunow),
der speziellen Magazintasche am Koppel, einem Springerhelm mit Bezug und der eigens entwickelten Felddienstbekleidung.
Aufgrund des sehr speziellen Thema, wurden hier mehrere Fotos aus anderen Sammlungen aufgenommen.
Diese sind an der entsprechenden Stelle vermerkt und entstammen von:
Mario Ludwig
Manuel Leya
johansddrmilitaria
Stephan-Militaria, die Genehmigung wurde ursprünglich für www.tierfreunde-luebben.de ausgestellt.
Ebenfalls sind öfter Kommentare eingefügt, und sind nicht direkter Bestandteil der wissenschaftlichen Betrachtung.